01 Jun '19

‚Nicht so sehr die Wahrheit befreit, aber wohl die Klarheit'

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door Nathalie Dirix
Weiter an den Menschen glauben. Auch wenn man weiß, dass er zu grauenvollen Taten fähig ist. Anne Gruwez und Christophe Busch erzählen, wie sie das tun.

‚Die Täter und Opfer, mit denen ich bei meinem Job in Kontakt komme, halten mir ein kleines Stück Spiegel vor von dem, was es heißt, Mensch zu sein. Es ist wichtig, dass man den Menschen auf die Tat reduziert, die er begangen hat. Ich verurteile niemals den Menschen. Aber wohl sein Verhalten.‘ ‚Menschen sind suchende Wesen, die allerlei Entscheidungen treffen. Das können Entscheidungen sein, die das Beste, aber auch das Schlechteste in einem Menschen hervorbringen.‘ Hast Du Schwierigkeiten mit dem Gedanken, dass Du nur eine Weile hier bist? Busch: ‚Nein, wirklich nicht. Stell Dir vor, dass Du ewig leben würdest. Das willst Du doch nicht mitmachen?‘ Gruwez: ‚Sicher nicht. Du willst Platz machen. So dass die Menschen, die nach Dir kommen, auch die wunderbare Erfahrung genießen können, die das Leben ist.‘