01 Oct '23

Die kleine Republik zwischen den Grenzen

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door Koen Demarsin
Im Jahr 1963 wurde die Sprachgrenze festgelegt. Bei einem Spaziergang durch die Weiler von Bever wird deutlich, wie gefährlich das Unterfangen der Festlegung einer Sprachgrenze war.

Hier sprach jeder, was ihm passte, je nach Kenntnisstand und sozialer Stellung: Brabantisch, Wallonisch und als Verbindungssprache zu Fremden und Wohlhabenden: Französisch. Es ist daher auch nie gelungen, eine klare Grenze zwischen den Sprachen zu ziehen. Obwohl die Festlegung landesweit für Klarheit sorgte, indem sie einen Unterschied hervorhob, der vorher lokal nicht so ausgeprägt war, hinterließ die Einführung der Sprachgrenze für eine kleine Gemeinde wie Bever einen sauren Nachgeschmack. Die örtliche Bevölkerung hatte nicht wirklich darauf gewartet, vom Hennegau nach Brabant umzuziehen. Sechzig Jahre später hält unser Mitarbeiter Koen Demarsin mit einigen Leuten Rückschau.